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Wie kommt die Schnecke in den Untersberg?

Jugendliche aus aller Welt zu Gast in der Biosphärenregion BGL

Im Rahmen eines vierwöchigen Deutschlandaufenthaltes besuchten 14 SchülerInnen aus Polen, Kanada, Brasilien, Israel, Mauritius und Schweden gemeinsam mit ihrem Betreuer Reinhard Thussbas vom Annette-Kolb-Gymnasium Traunstein die Biosphärenregion. Über den Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz lernen sie Deutschland mit seiner Natur, seiner Kultur und vor allem seinen Menschen kennen.

Auf einer Exkursion durch die Almbachklamm nach Ettenberg erfuhren die Jugendlichen Wissenswertes über die Landschaft vor Ort sowie über die Ziele, die die UNESCO mit der Ausweisung des Weltnetzes der Biosphärenreservate verfolgt. Interessant fanden die SchülerInnen insbesondere, dass in all ihren Heimatländern ebenfalls besondere Landstriche als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung ausgewiesen sind.
Fachkundig begleitet wurde die Gruppe von der Bildungsreferentin der Biosphärenregion Dr. Lucia Jochner-Freitag. Begeisterung löste bereits die Klamm mit ihren wunderbaren Felsformationen, beeindruckenden Wasserschauspielen und ihrer Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten aus. Etwas Überwindung kostete es einige TeilnehmerInnen, die Schuhe auszuziehen und das kalte Almbachwasser auf der eigenen Haut zu spüren. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so etwas mache“, so der Kommentar einer polnischen Schülerin. Immer wieder war der Vergleich zwischen den Erlebnissen vor Ort mit den Heimatländern spannend: Gibt es in eurer Heimat auch fleischfressende Pflanzen wie in der Almbachklamm? – In Brasilien noch viel Größere! Habt ihr schon mal einen Germknödel gegessen? - Ja, in Polen gibt es etwas Ähnliches, nur ohne Mohn. Spannend war auch die Beobachtung der Jugendlichen, dass es Heimweh nicht nur nach Menschen, sondern auch nach Landschaften gibt – ein Hinweis darauf, was für uns Menschen mit dem Begriff Heimat verbunden ist. Dass sich Landschaften verändern, wurde angesichts einer versteinerten Schnecke aus dem Untersberg deutlich; die SchülerInnen erfuhren, dass ein Teil der dort vorkommenden Gesteine vor 200 Millionen Jahren in einem warmem Meer mit Korallenriffen entstand – ganz ähnlich dem Indischen Ozean, der heute Mauritius umgibt. Eine rege Diskussion entspann sich an der Fragestellung, wie jede/r einzelne in seinem/ihrem Heimatland zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.

Für die weniger Berggeübten stellte der Talgrabenanstieg nach Ettenberg eine körperliche Herausforderung dar. Der wunderbare Ausblick von Ettenberg und ein echt bayerischer Schweinebraten waren die willkommene Entschädigung. Angesichts der beeindruckenden Bergkulisse war Zeit und Gelegenheit zur Ruhe zu kommen, die umgebende Natur intensiv wahrzunehmen und die zahlreichen Eindrücke des Gastlandes auf sich wirken zu lassen.

Über die Hammerstielwand gings zurück zur Kugelmühle. Der Abschied war herzlich. „Ich habe mich über euren Besuch gefreut und wünsche euch für eure Zukunft alles Gute. Tragt den Gedanken der Nachhaltigkeit in eure Länder und füllt ihn mit Leben!“, so die Bildungsreferentin.




Visitenkarten als Microformate

Rolf Gerlach
UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgaden
Rolf.Gerlach@reg-ob.bayern.de
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