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Augsburger Huhn bekommt neue Heimat in Hohenfried

Biosphären-Kooperationspartner Berghotel Rehlegg holt seltenes bayerisches Huhn ins Berchtesgadener Land.

Hahn und Hühner der vom Aussterben bedrohten Haustierrasse „Augsburger Huhn“

Mitte September fanden 15 ganz besondere Junghühner in Begleitung eines Hahnes auf Initiative des Berghotel Rehlegg in Hohenfried/Bayerisch Gmain ein neues Zuhause: Das Augsburger Huhn. Bei dieser vom Aussterben bedrohten Haustierrasse handelt es sich um ein klassisches Zweinutzungshuhn – mit guter Legeleistung und hervorragendem Fleisch. Das tiefschwarze Augsburger Huhn mit seinem markanten Becherkamm gilt als einzige Bayerische Hühnerrasse und war bis in die 1960er Jahre weit verbreitet. Heute gibt es von diesem Landhuhn nur noch wenige hundert Tiere – es steht als stark gefährdet auf der deutschen Roten Liste der Nutztierrassen. Sowohl die UNESCO, von der die Biosphärenregion Berchtesgadener Land ausgezeichnet ist, als auch das Bayerische Biodiversitätsprogramm 2030 verfolgen das Ziel, alte Sorten und Pflanzen von Nutzpflanzen und Nutztieren zu schützen. So können durch eine verstärkte landwirtschaftliche Nutzung diese regional angepassten Hof- und Landsorten erhalten und die Biodiversität in Agrarökosystemen erhöht werden.

„Es war uns ein großen Anliegen, nach dem Schwarzen Alpenschwein nun mit dem Augsburger Huhn einer weiteren alten Haustierrasse neuen Lebensraum zu geben und so zum Erhalt eines wertvollen Genpools beizutragen“, freut sich Hotelier Hannes Lichtmannegger. „Mit Hohenfried-Heimat, dessen Landwirtschaft und Gärtnerei nach den Richtlinien von Demeter zertifiziert ist, haben wir einen tollen Projektpartner gefunden und wir hoffen durch gemeinsames Engagement das Augsburger Huhn langfristig erhalten zu können“, so Lichtmannegger weiter. In Hohenfried-Heimat passt das Augsburger Huhn hervorragend zu weiteren Kooperationsprojekten mit der Biosphärenregion – dem Anbau der alten Getreidesorte „Tauern Roggen“ und der Zwischenvermehrung von Ackerwildkräutern: „Uns ist es ein großes Anliegen, unseren Lebensort zu öffnen und durch diese Vielfalt an Projekten die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu stärken“, so Werkstattleiter Nikolaus Perlepes.

Dr. Peter Loreth, Verwaltungsstellenleiter der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, dankt dem Berghotel Rehlegg und Hohenfried-Heimat für ihren Einsatz. „Wir arbeiten seit Langem vertrauensvoll mit Rehlegg und Hohenfried zusammen, daher ist es für uns besonders schön zu sehen, dass sich so auch neue Kooperationen entwickeln. Zudem ist der Erhalt der Biodiversität an alten Nutztierrassen und Kultursorten ein ausdrückliches Ziel in den Vorgaben der UNESCO an uns als Biosphärenregion – aus diesem Grund unterstützen wir diese Initiative mit ganzer Kraft.“
Die Biosphärenregion Berchtesgadener Land möchte als Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung des Berchtesgadener Lands die Bewahrer alter Nutztierrassen und Kulturpflanzen zusammenbringen und ein Netzwerk etablieren, um das Engagement und den Erhalt der genetischen Vielfalt zu stärken.




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Rolf Gerlach
UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgaden
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