direkt zum Inhalt





Biosphärenregion zum Anpacken

Freiwillige unterstützen tatkräftig die Almbauern

Lebensraumerhaltung für das Birkhuhn

Schwenden: Instandhalten der Almfläche

Im Rahmen eines Freiwilligencamps der Biosphärenregion Berchtesgadener Land und des Dachverbands Nationale Naturlandschaften e.V. konnten 16 engagierte junge Leute eine Woche lang die Bergwelt erleben, die Artenvielfalt fördern und beim Erhalt traditioneller Almwirtschaft mitwirken, indem sie im Lattengebirge Almbauern beim sogenannten „Almschwenden“ und die Bayerischen Staatsforsten bei Pflegemaßnahmen für Raufußhühner unterstützten.

Tatkräftig machten sich die Teilnehmenden – ausgerüstet mit Astscheren, Sägen und Planen – an die Arbeit. Ziel war es, die Almwiesen von aufkommenden Fichten freizuschneiden, auch Farne und Sauergräser wurden abgemäht und eingesammelt. So wird verhindert, dass die Weideflächen zuwachsen und sichergestellt, dass die alpine Kulturlandschaft erhalten bleibt. Eine spezielle Tierart lag unterhalb des Predigtstuhls im Fokus. Hier wurde Lebensraum für das seltene Birkhuhn sichergestellt, indem auf einem sogenannten Balzplatz junger Ahorn entfernt und die Fläche wieder freigestellt wurde. Revierförster Christian Lischka vom Forstbestrieb Berchtesgaden bot den Teilnehmenden entsprechende Hintergrundinformationen zur Wichtigkeit dieser Arbeit und erklärte, wie sich die Bayerischen Staatsforsten für den Schutz und die Förderung des Birkwildes einsetzen.

Neben der tatkräftigen Arbeit gab es außerdem ausreichend Gelegenheit sich in der Mittagspause bei den Almbauern über ihre Arbeit und die Region zu informieren. Diese waren sehr dankbar für die freiwillige Hilfe und begeistert über den Fleiß und Einsatz der Gruppe, was sie durch eine Verpflegung der Helfer zum Ausdruck brachten. „Das Freiwilligencamp der Biosphärenregion ist eine bärige Sache und eine wirkliche Unterstützung für uns Almbauern“, sagte der begeisterte Landwirt Franz Kuchlbauer von der Lattenbergalm.

Abgerundet wurde das aktive Programm mit spannenden Vorträgen. Florian Marchner von der Unteren Naturschutzbehörde im Berchtesgadener Land berichtete von seiner Arbeit und den vielfältigen Aufgaben und brachte den Teilnehmenden die Naturschutzarbeit in der Region näher. Barbara Steiner-Hainz, Leiterin Presse bei der Molkerei Berchtesgadener Land, informierte u.a. über die Strukturen der Genossenschaftsmolkerei, faire Milchpreise als Basis für den Erhalt der Höfe und damit der Kulturlandschaft in der Bergregion und hob dabei auch den Mehrwert hervor, den Almbauern durch die Bewirtschaftung der Almen für die Artenvielfalt und ebenso für den Tourismus leisten. Neben einem Vortrag zum Thema „Bergerleben“ konnten die Teilnehmenden auf Einladung der Nationalparkverwaltung zudem noch die Ausstellung im Haus der Berge besichtigen. Ein vielfältiges Programm war geboten. „Meine Highlights waren die Teamleitung, die Arbeit draußen mit der tollen Aussicht, die Freude und Dankbarkeit bei den Bauern und regionalen Akteuren zu sehen, die Wanderung am freien Nachmittag, das leckere Essen und auch der interessante Input abends und zwischendurch über Themen der Biosphärenregion Berchtesgadener Land.“, fasste Celine Christoffers, eine der Teilnehmerinnen, die Woche zusammen. Insgesamt löste der einwöchige Einsatz durchwegs positive Reaktionen aus. Derzeit läuft das zweite Camp dieser Art, ebenfalls mit Arbeitseinsätzen auf den Almen sowie spannenden Vorträgen im Abendprogramm.

Auch wenn die Helfer*innen aufgrund der Covid-19-Einschränkungen nicht wie geplant auf einer Forsthütte untergebracht werden konnten, sind die Organisator*innen froh, dass eine Lösung gefunden wurde und das Camp trotz der derzeitigen Umstände stattfinden konnte. Die Teilnahme inklusive Beherbergung war dank der finanziellen Förderung von The North Face’s Explore Fund und der European Outdoor Conservation Association über den Dachverband Nationale Naturlandschaften e.V. für die Teilnehmenden kostenfrei.

Interessensabfrage
Aufgrund der positiven Resonanz der Almbewirtschafter überlegt die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, künftig auch Tageseinsätze zum Erhalt der Kulturlandschaft mit Einheimischen zu organisieren. Interessierte können sich unverbindlich bei Georg Kronthaler melden, per Mail an georg.kronthaler@reg-ob.bayern.de oder telefonisch unter 08654 30946-20.




Visitenkarten als Microformate

Rolf Gerlach
UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgaden
Rolf.Gerlach@reg-ob.bayern.de
Salzburger Str. 64
83435 Bad Reichenhall, Bayern, Germany
+49.8651/773-540
+49.8651/773-111