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Laufener Landweizen

Der Laufener Landweizen ist eine historische Winterweizensorte aus der Grenzregion Rupertiwinkel und Salzburger Alpenvorland, benannt nach der Stadt Laufen an der Salzach im Landkreis Berchtesgadener Land. Der Laufener Landweizen ist robust im Wuchs, winterhart und gilt als vergleichsweise anspruchslos. Er kommt mit der regenreichen Witterung gut zurecht und zeigt eine hohe Standfestigkeit.

Vor gut 20 Jahre wurde der Laufener Landweizen wiederentdeckt und konnte durch grenzüberschreitende Projekte reetabliert werden. Die Biosphärenregion Berchtesgadener Land sieht ihre Aufgabe darin, die Landwirte, die Laufener Landweizen anbauen zu unterstützen, sie mit regionalen Verarbeitern zusammenzubringen und so diese alte Sorte durch Vermarktung vor Ort und regionale Wertschöpfung langfristig zu erhalten. Im Berchtesgadener Land wird der Laufener Landweizen zum einen als Mehl und Körner direkt von den Bauern vermarktet, außerdem wird er von mehreren Bäckern verarbeitet und es entsteht aus ihm das regionale Hoamat Weißbier.

Der Laufener Landweizen (LLW) gilt als unverzüchtet, hat also seine weitgehend ursprünglichen Eigenschaften behalten. So besitzt er – im Gegensatz zu aktuellen Weizensorten – Grannen und gilt bei den Anbauern als gut an das lokale, niederschlagsreiche Klima angepasst. Außerdem wächst er sehr hoch (bis zu 2 Meter) und bevorzugt einen weiten Pflanzabstand beziehungsweise eine geringe Saatdichte. Die Halme zeigen sich dabei erstaunlich windstabil, wenn der Landweizen nicht zu stark gedüngt wird und so langsamer aufwächst. Mit schwacher bis mäßiger Düngung (zum Beispiel Mistdüngung) und einer geringen Saatdichte von 130 bis 160 kg/ha (etwa 65 % der üblichen Einsaatmenge) können die besten Ergebnisse erzielt werden.

Durch das Raumangebot auf der Fläche wird eine artenreiche Ackerwildkrautflora gefördert, solange der Anbau biologisch stattfindet. Begleitet von buntblühenden Ackerwildkräutern, bietet der Anbau vielen gefährdeten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum und ist eine Bereicherung unserer Landschaft. Die Biosphärenregion erntet autochthone Ackerwildkräuter, vermehrt diese weiter und bringt sie auf Feldern von heimischen Bio-Bauern wieder aus. Hierfür wurde unter anderem auch >> die CitizenSeeds-Initiative geschaffen. 

Seine Erträge lagen 2017 im Mittel bei 2,3 Tonnen pro Hektar, etwa 50 % weniger als bei vergleichbaren Bioweizen im Anbaugebiet. Auf guten Standorten können bis zu 3 Tonnen Ertrag erzielt werden. Der für den Bio-Anbau wichtige Strohertrag ist dabei mindestens doppelt so hoch. Das Mehl hat eine gute Qualität und gute Backeigenschaften. Zudem besticht der Laufener Landweizen durch seine Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu modernen Sorten, die auf Kosten des hohen Ertrags wertvolle Inhaltstoffe verloren zu haben scheinen, ist der Laufener Landweizen reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Wichtig für den Erhalt des Laufener Landweizens ist eine regionale Vermarktung mit kurzen Transportwegen, der Einbindung des regionalen Handwerks und des regionalen Handels, um eine faire Wertschöpfung zu erschwinglichen Preisen für den Verbraucher zu ermöglichen.
Der Laufener Landweizen wird von bayerischen und österreichischen Bäckern verarbeitet. Bemerkenswert ist der offene und grenzüberschreitende Austausch unter Landwirten und den Bäckern, die ihre Erfahrungen zum Beispiel mit der aufwendigeren Teigführung und Verarbeitung austauschen. Der Laufener Landweizen ist kein Weizen einer Standardbrotbackmischung, sondern braucht handwerkliches Geschick und echtes Können. Die Kooperation wurde durch das grenzüberschreitende Projekt zum Laufener Landweizen ermöglicht. Das Projekt wurde gefördert im Rahmen der INTERREG-Kleinprojektförderung der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein. Projektpartner waren die ANL (Leadpartner), die Biosphärenregion Berchtesgadener Land und der österreichische Partner BIO AUSTRIA. Weitere Informationen finden Sie >> hier.


>> Flyer
der Biosphärenregion zum Laufener Landweizen

>> Einkaufsstätten für den Laufener Landweizen im Berchtesgadener Land



Visitenkarten als Microformate

Rolf Gerlach
UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgaden
Rolf.Gerlach@reg-ob.bayern.de
Salzburger Str. 64
83435 Bad Reichenhall, Bayern, Germany
+49.8651/773-540
+49.8651/773-111