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Ökologisch wertvoll und sozio-ökonomisch wichtig: Streuobstwiesen


Aktuelle Projekte

Biosphären-Obstbaumaktion

Der Trägerverein der Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V. wiederholt aufgrund des großen Erfolgs und der positiven Resonanz seine Biosphären-Obstbaumaktion. Mithilfe der staatlichen LNPR-Förderung werden Interessenten Bäume und Pflanzmaterial zur Verfügung gestellt, um im Außenbereich das Kulturlandschaftselement „Streuobstwiese“ wieder zu etablieren.

Interessenten können sich an Markus Putzhammer, den Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege im Landratsamt Berchtesgadener Land, wenden, wenn sie folgende Kriterien erfüllen und Bedingungen akzeptieren:

- die Pflanzfläche muss im Außenbereich liegen (Ausnahme: bilden dorfbildprägende große Obstwiesen) und darf nicht gartenartig genutzte oder eingezäunt sein (Ausnahme : ortsübliche landwirtschaftliche Weidezäune)

- Förderfähig sind nur standortgerechte, traditionelle, wenn möglich regionale Hochstamm-Obstbäume der Arten Apfel, Birne, Zwetschge, Süßkirsche, Sauerkirsche und Walnuss

- der Abstand zwischen den Bäumen muss ausreichend groß sein (Apfel-, Birn-, Kirschbaum: 10-12m; Zwetschge: 6- 8m; Walnuss: 15m)

- es werden erst Pflanzungen ab 5 Bäumen gefördert;

- die Obstbaumpflanzung muss naturschutzfachlich sinnvoll sein (keine staunassen/ moorigen Böden oder Kaltluftlagen)

- die Pflanzarbeit und spätere Pflege obliegt eigenverantwortlich dem jeweiligen Grundstückseigentümer bzw. –pächter; die Pflanzung muss in einem Drahtkorb erfolgen und gegen Wildverbiss geschützt werden.

- die Maßnahme muss freiwillig sein, eine Pflanzverpflichtung (z.B. Ausgleichsmaßnahme im Rahmen eines Bauvorhabens) darf nicht bestehen; der Grundstückseigentümer muss eine Einverständniserklärung unterschreiben;

- es besteht eine Zweckbindungsfrist von 5 Jahren, in denen für eine dauerhafte Erhaltung der Obstbäume zu sorgen ist und ausgefallene Bäume nach zu pflanzen sind;

- während der Zweckbindungsfrist ist eine anderweitige Förderung (z.B. durch Agrarumweltprogramme) nicht möglich

Obstbaumwiesen waren schon immer ein Teil unserer Kulturlandschaft. In den letzten Jahrzehnten sind aber viele Bäume aus dem Landschaftsbild verschwunden. Die Aktion soll dazu beitragen, dass bestehende Obstwiesen ergänzt oder aufgefrischt werden. Auch die Anlage neuer Obstbaumwiesen ist möglich.

Das Berchtesgadener Land wurde von der UNESCO aufgrund seiner besonderen Kulturlandschaft offiziell als Biosphärenregion anerkannt und in das Weltnetz der "Modellregionen für nachhaltige Entwicklung" aufgenommen. Das Prädikat „UNESCO-Biosphärenregion“ ist Auszeichnung und Auftrag zugleich. Es gilt für uns, unser einzigartige Natur- und Kulturerbe durch vorbildliche Wirtschafts- und Lebensweise künftigen Generationen zu erhalten.

Obstbäume passen ideal zu den Zielen der UNESCO, da diese ökologisch höchst wertvollen Lebensräume durch Obst und auch Honig einen wirtschaftlichen Aspekt besitzen. Darüber hinaus prägen sie das Orts- und Landschaftsbild und tragen als traditioneller Landschaftsbestandteil zur Wahrung der regionalen Identität bei.

Anmeldeschluss: September 2016

Ausgabe der Obstbäume: Frühjahr 2017

Interreg-Projekt "Wild und kultiviert - Regionale Vielfalt säen"

http://www.wildundkultiviert.at/

Die Biosphärenregion bildet von September 2015 bis Juli 2018 gemeinsam mit dem Biosphärenpark Lungau (AT) und dem Mitterpinzgau (AT) eine INTERREG-Projektregion. Das grenzüberschreitende Großprojekt dient der Region, weitere Schritte in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zu setzen.

„Wild & kultiviert“ ein Widerspruch in sich?

Aufgrund intensiverer Bewirtschaftung sind in den letzten Jahrzehnten viele Arten aus unseren Wiesen und Äckern verschwunden. Die ursprüngliche Entwicklung dieser Arten beruht jedoch auf die Kultivierung der Flächen durch den Menschen. Die jahrhundertelange Bewirtschaftung hat unterschiedlichste Lebensräume geschaffen und die Artenvielfalt damit gesteigert. Mit zunehmenden ertragsorientierten Bewirtschaftungsformen werden jedoch Kulturarten in stärkerem Ausmaß gefördert und Wildarten verdrängt.

Das Projekt setzt sich deswegen als Ziel, die Vielfalt in der Region zu fördern. Entscheidend ist dabei, typische Arten aus der Region zu erhalten. Ausgewiesene Schutzgebiete stellen bereits wertvolle Ökosysteme dar, um diese nachhaltig zu sichern, werden im Zuge des Projektes Bewirtschaftungs- und Pflegepläne für 25 Schutzgebiete erstellt. Davon tragen 9 in der Biosphärenregion zum grenzübergreifenden Schutzgebietsmanagement bei.

Um weitere Flächen in ihrer Artenvielfalt zu stärken, ist die Gewinnung von regionalem Saatgut ausschlaggebend. Durch die Beerntung artenreicher Flächen soll eine hochwertige Saatgutmischung zur weiteren Ausbringung zur Verfügung stehen. Auch beim Getreideanbau kann die Artenvielfalt durch eine bunte Ackerbegleitflora erhöht werden. Günstige Voraussetzungen bietet dafür zum Beispiel der Laufener Landweizen, der sehr hochwüchsig und noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Der Anbau des Landweizens soll als Produkt aus der Region und für die Region den Konsum eines regional produzierten Getreides ermöglichen und dabei zur nachhaltigen Nutzung der Anbauflächen und somit auch unserer abwechslungsreichen Kulturlandschaft beitragen.

Eine ökologisch stabile Kulturlandschaft stellt auch für die heimischen Wildbestäuber (Schmetterling, Bienen u.a.) gute Lebensbedingungen dar, was sich wiederum auf den Obstreichtum unserer Gärten auswirkt.



Visitenkarten als Microformate

Rolf Gerlach
UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgaden
Rolf.Gerlach@reg-ob.bayern.de
Salzburger Str. 64
83435 Bad Reichenhall, Bayern, Germany
+49.8651/773-540
+49.8651/773-111