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Green Care | Natur und psychische Gesundheit

Nutzung von Natur und Landschaft zur Förderung seelischer Gesundheit im präventiven Bereich und als mögliches Zusatzangebot im psychotherapeutischen Kontext sowie zur Entwicklung naturschutzrelevanter Werte

!AKTUELLER HINWEIS! Für die präventiven Kurse „Naturgestütztes Achtsamkeitstraining“ suchen wir Probanden, die sich für eine Teilnahme an der Studie zur Verfügung stellen.

In dem Forschungsprojekt „Green Care: Natur und psychische Gesundheit“ wird wissenschaftlich untersucht, inwiefern sich achtsamkeitsbasierte, naturgestützte Interventionen eignen, um die psychische Gesundheit von Menschen zu fördern. Das „Naturgestützte Achtsamkeitstraining“ (NAT), das von Meike Krebs-Fehrmann, Projektmitarbeiterin der Biosphärenregion BGL, im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt wurde, richtet sich sowohl an Menschen, die präventiv nach einer Möglichkeit suchen, Stress zu reduzieren und einem Burnout vorzubeugen, als auch an Menschen mit Depressionen in einem psychotherapeutischen Kontext.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. In der Projektlaufzeit wird die Wirksamkeit dieser Interventionen auf die psychische Gesundheit und die naturbezogenen Haltungen der Teilnehmenden evaluiert, um die Zusammenhänge zwischen Naturerfahrungen, Achtsamkeit in der Natur und biopsychosoziale Gesundheit aufzudecken.
Ebenfalls wird untersucht, inwieweit sich naturschützende Einstellungen und Werte und dadurch bedingt naturschützende Handlungsbereitschaften und Engagements durch das achtsamkeitsbasierte, naturgestützte Angebot fördern lassen.

Das „Naturgestützte Achtsamkeitstraining“
Das „Naturgestützte Achtsamkeitstraining“ umfasst achtsamkeitsbasierte Übungen, die einem verhaltenstherapeutischen Kontext entliehen sind und auch im MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) und MBCT (Mindfulness Based Cognitv Therapy) Anwendung finden und auf den Naturraum übertragen werden. Hierzu gehören Atem- und Sitzmeditationen, Body Scan und achtsames Yoga als formelle Übungen, sowie Achtsamkeit bei der Verrichtung alltäglicher Handlungen als informelle Übungen. Diese Übungen werden mit Methoden aus der Naturpädagogik, z.B. Übungen zu Sinneswahrnehmungen, Perspektivenwechsel, Naturerleben und soziale Kompetenz kombiniert.
Ganz allgemein formuliert verfolgen dabei die Achtsamkeitsübungen das Ziel die eigene psychische Flexibilität zu erhöhen und mehr inneren Spielraum zu entwickeln, um im Umgang mit persönlichen Problemen emotional und kognitiv flexibler zu werden. Die Natur stellt im Kurs keine bloße Kulisse dar, sondern es wird aktiv an einer positiven Beziehung zwischen den Teilnehmenden und der Natur gearbeitet, um die Natur als potentielle Ressource und Quelle von Unterstützung und Gesundheit zu entdecken. Die Einübung von Bewältigungsstrategien durch Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper, Emotionen und Gedanken, Bedürfnissen und der Natur, sowie die Stärkung von Ressourcen und Kompetenzen für einen gelingenden Alltag stehen bei den Interventionen im Mittelpunkt.

Wissenschaftliche Begleitung
Die Begleitforschung für das Projekt erfolgt durch das Evaluationsteam von Frau Prof. Dr. Elisabeth Kals, Professur für Sozial- und Arbeitspsychologie, Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Untersuchung zwei zentraler Fragestellungen:

  1. Können positive Effekte des Interventionsangebots, vermittelt durch eine Bindung an die Natur, auf gesundheits- und naturbezogene Variablen mittels eines experimentellen Designs statistisch abgesichert nachgewiesen werden?
  2. Inwiefern lassen sich mögliche Effekte als stabil und somit längerfristig nachweisen?

Die Erhebung erfolgt zu drei Zeitpunkten durch Fragebögen. Es werden Skalen zur Messung folgender Aspekte verwendet: Emotionale Befindlichkeit, allgemeine Achtsamkeit, Selbstmitgefühl, wahrgenommene emotionale und soziale Unterstützung, naturbezogene Achtsamkeit, emotionale Verbundenheit mit der Natur, Bewusstsein für Gefährdungen der Natur, internale und externale Verantwortungszuschreibung, naturschützende Bereitschaft, globale naturschützende Verhaltensweisen. Darüber hinaus werden Experteninterviews geführt.

 

Projektlaufzeit: 01.11.2018-30.04.2023

Interdisziplinäres Pilotprojekt der bayerischen UNESCO-Biosphärenreservate Berchtesgadener Land und Rhön, bayerischer Teil

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) und das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV)

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Meike Krebs-Fehrmann

„Green Care – Natur und psychische Gesundheit“

Tel.: 08654/30946-17

Mail: meike.krebs-fehrmann@reg-ob.bayern.de



Visitenkarten als Microformate

Rolf Gerlach
UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgaden
Rolf.Gerlach@reg-ob.bayern.de
Salzburger Str. 64
83435 Bad Reichenhall, Bayern, Germany
+49.8651/773-540
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